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Über die berühmt-berüchtigten Knöpfe

Aktualisiert: Apr 26


Die Dinge sind nicht immer so, wie sie scheinen.

Und die Dinge sind nicht immer so gemeint, gesagt, getan und gedacht,

wie sie auf uns wirken. Vielleicht sind sie das nie.

Denn wir alle leben in unserer ganz eigenen Welt der Wahrnehmung.

Wir sind geprägt durch unsere Erfahrungen und Eindrücke und unser Ego lässt uns glauben,

dass diese die Welt sind. Und tagtäglich kommen neue dazu.

Und diese ganzen Erlebnisse färben wiederum unsere innere Haltung.

Tränken sie mit den Farben der Freude, Hoffnung, Güte, Vertrauen, Mut, Dankbarkeit, Akzeptanz und Liebe

oder auch mit Missgunst, Schmerz, Neid, Misstrauen, Zweifeln, Intoleranz und Angst.

Ganz gleich, welche Erfahrungen du machst, welche Eindrücke du sammelst,

du hast die Macht, deine innere Haltung stets neu zu überprüfen.

Sie kritisch zu hinterfragen. In dem du aus deinem Kopf ins Herz sinkst.

Es ist allein deine Verantwortung. Dein Wille. Es liegt in deinen Händen.

Du kannst und du darfst dich immer wieder neu auf den Weg nach innen machen und erforschen,

wer und was in deinem Leben welche Knöpfe der Erinnerung drückt.

Denn mehr sind sie nicht. Nur eine Erinnerung.

Du kannst dich von den Programmen, die dann gerne ablaufen wollen, regieren lassen.

Du kannst auf Autopilot schalten und geschehen lassen.

Hoch emotional. Getrieben. Und dabei vollkommen gefangen in alten Mustern sein.

Oder aber du nimmst all deinen Mut zusammen und erlaubst dir, inne zu halten.

Gibst dir so die Zeit, die du brauchst, um zu erkennen.

Wenn du blindlings weiterrennst, gelingt das nicht.

Schau sie dir an, diese Knöpfe. Sei ohne Furcht.

Erlaube dir, dich in diese Emotionen hinein zu entspannen.

Nehme wahr. Sonst nichts.

Mache dir bewusst, wo und wann du sie gefunden hast.

Und ebenso, dass die Dinge nicht immer so sind, wie sie scheinen.

Jeder Knopf ist eine Erinnerung und zugleich deine Interpretation der Welt.

Deine Erfahrungen wollen immer wieder deine Wahrnehmung beeinflussen.

Das ist ganz natürlich. So versucht dein analytischer Verstand, die Welt zu sortieren.

Er will Gefahren erkennen. Dich beschützen. Das ist dein Überlebensprogramm.

Dein Frühwarnsystem. Selbstschutz. Instinkt.

Ein uralter Mechanismus, den wir alle in uns tragen,

mit dem wir uns allerdings leider oft selbst im Weg stehen.

Weil er das Leben schwerer und tragischer macht, als es ist.

Wie wäre es, wenn du dir eingestehst, dass es diese Knöpfe gibt?

Wenn du sie annimmst, aber du bedienst sie nicht.

Verzichtest auf den Autopiloten-Modus. Übst dich stattdessen in Gleichmut.

In Akzeptanz. Schließt so Frieden mit dir - und damit auch mit deinen Knöpfen.

Denn all diese Knöpfe haben im Heute keinen Nutzen.

Keinen Sinn.

Sie erinnern dich nur daran, was irgendwann einmal war.

Jeder Knopf ist nur eine oftmals sehr lebhafte Erinnerung an Vergangenes,

was vielleicht ähnlich scheint, aber im Heute niemals dasselbe ist.

Denn nichts bleibt wie es war und heute ist jetzt und niemals damals.

Du schließt Frieden mit deinen Knöpfen, wenn du sie als das erkennst,

was sie sind: Deine ganz eigene kunterbunte Sammlung dessen, was du erlebt, empfunden und erfahren hast.

Drückst du sie weiterhin, kannst du nur das sehen, was war, aber niemals, was ist.

Dann bleibst du auf Autopilot und in den Erinnerungen deines Ego gefangen.

Verdrehst und verfärbst deine Wahrnehmung,

so wie man einen roten Pullover niemals zusammen mit weißer Wäsche waschen sollte

- und letztlich verpasst du alles.

Siehst womöglich Rot, anstelle des unbeschriebenen neuen Blattes, das Jetzt heißt.

Und Alles ist immer genau jetzt.


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