• Mel

Zeit des Erwachens

Was ist Erwachen?

Welche Vorstellungen und Erwartungen trägst du in dir, wie Erwachen aussieht?

Wie es auszusehen hat? Wie es sich anfühlt oder anfühlen sollte?

Und wie denkst du, dass sich dir dein Erwachen zeigt?

Woran machst du fest, dass es geschieht?


Und was braucht es dazu? Welche Vorstellungen trägst du hierzu in dir?

Welche Überzeugungen, welche bewussten oder auch unbewussten Glaubenssätze?

Braucht es harte Disziplin? Hartnäckiges und eisernes Üben von bestimmten Praktiken oder Ritualen? Musst du dich erst noch verbessern, dich optimieren, bis du dazu bereit und würdig bist? Bis du es tatsächlich verdient hast? Braucht es Wissen? Bestimmte Fachkenntnisse? Oder einfach Glück?


Kann Erwachen womöglich auch geschehen, wenn du gezwungen bist, dich anders zu organisieren? Dich neu zu orientieren, weil alles Vertraute wegbricht und sich in Wohlgefallen auflöst? Wenn du das Gefühl hast, dass dir alles Bewährte und Bekannte entgleitet?


Wenn es uns in welcher Form auch immer schlecht geht, haben wir die Möglichkeit und Chance, zu wachsen. Uns zu entwickeln. Wir lernen aus Fehlern, um sie nicht wiederholen zu müssen. Wir lernen aus Neuem, weil Altes und Bekanntes nicht mehr greift.


So fordern Krisen stets unsere Kreativität.

Und sie verlangen Offenheit und damit die Bereitschaft, anzunehmen.

Kein Hinnehmen und Resignieren. Nein. Es geht um Annahme und Akzeptanz, denn dadurch öffnen sich neue Möglichkeiten. Türen gehen auf.

Und es liegt ganz an dir, ob du hindurchschreiten möchtest oder ob du dich von deiner ganz natürlichen Angst vor dem Unbekannten aufhalten lässt. Ob du im Fluss bleibst oder in deinen alten Mustern, Konzepten und Gewohnheiten verharren und versteinern oder gar dadurch verhärten willst.


Du kannst stehenbleiben und erstarren. In Angst. Sorgen und Furcht. Oder dich fragen, was sich da gerade außerdem noch zeigt. Oder vielmehr zeigen will. Sich offenbart. Wenn du wirklich hinschaust. Offen bleibst und wirst. Weich und durchlässig.


Und vielleicht ist nicht alles einfach nur schön und hoffnungsvoll und angenehm, was du dann erkennst und entdeckst.


Vielleicht wirst du auch enttäuscht. Und hast die Wahl, ob du im Entsetzen stecken bleibst, was nichts anderes ist als die Starre, die durch Angst entsteht. Oder ob du die Ent-Täuschung als ein Erkennen wertest.


Ist Erwachen vielleicht ein wach und aufmerksam werden und sein? Ein Aufwachen?

Klarheit, die entsteht und die sich dir zeigt, weil du die Augen öffnest und alle anderen Sinne auch? Weil du nicht nur auf das vertraust, was gesagt und geschrieben wird, sondern wirken lässt und dadurch mitunter auch kritisch hinterfragst. Hinter die Kulissen schaust.


So wäre Erwachen mitunter auch ein Enttarnen. Ein Entlarven. Ein Durchschauen. Ein Hindurchschauen durch all diese Schleier. Ein Lüften des Nebels. Dass dein Blick klar werden kann, vielleicht sogar bis zum Horizont und auf den Grund.


Erwachst du, wenn du nicht blind-lings alles glaubst, was man dir auftischen will?

Wenn du für dich erforschst, ob Schein dasselbe ist wie Sein?


Vielleicht ist Erwachen damit nicht unbedingt etwas überwältigend Schönes. Kein Feuerwerk der Sinne. Keine vibrierende Energie, die deine Zellen durchströmt. Keine Offenbarung, die dich in pures Entzücken versetzt.


Vielleicht ist Erwachen in der jetzigen Zeit ein Erkennen und Aufwachen.

Ein Entlarven. Und du stehst auf. Innerlich, weil du ins Handeln kommen willst.

Weil du nicht mehr still und brav sitzen bleiben kannst. Und schon gar nicht ängstlich und resigniert den Kopf in den Sand stecken willst.


Glaub nicht alles, was du denkst. Und auch nicht alles, was man dir sagt und zeigt. Zensur ist allgegenwärtig. Und damit Manipulation.


Und damit wäre Erwachen das Ende all dessen.

Du wachst auf, weil du erkennst. Dass du etwas bewegen kannst. Und willst.

Denn wenn viele kleine Menschen an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, verändern sie das Gesicht der Welt. Zum Wohle des Lebens, lichtvoll und in Liebe.




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