Über das Geben & Nehmen

05.03.2019

Wir ärgern uns, regen uns lautstark auf, voller Empörung,

fühlen uns zutiefst verletzt und gekränkt, wenn wir den Eindruck oder gar das Gefühl haben, gegeben zu haben und der andere hat nur genommen.

 

Kürzlich begegnete mir der Satz: „Es sollte geben und nehmen heißen - nicht nehmen und gehen.“

 

Aber so groß ist der Unterschied oft gar nicht.

Denn die entscheidende Frage, die wir uns immer wieder neu stellen müssen, lautet:

Warum gebe ich?

 

Wenn ich nur etwas gebe, um selbst etwas zu bekommen, bin ich in einer Erwartungshaltung und mein Geben ist alles andere als gewaltlos - und schon gar nicht selbstlos. Ich mache Druck, ich will etwas dafür, eine Gegenleistung, am besten von außen oder vielleicht füttere ich auch mein Ego damit selbst.

 

Gebe ich, um gemocht zu werden?

Erwarte ich insgeheim Anerkennung, Lob, Respekt, Komplimente, Zuneigung oder Ruhm?

Erhoffe ich mir dadurch einen Vorteil?

 

Oder gebe ich, weil es mir ein tiefes Bedürfnis ist?

Gebe ich, weil ich helfen will? Weil ich mitfühle? Weil ich dankbar bin? Weil ich liebe?

 

Es sollte also nicht geben und nehmen heißen

- denn so bestehlen, unterdrücken und belügen wir uns gegenseitig.

 

Geben, um zu nehmen ist Egoismus, Narzissmus, Erpressung, emotionale Gewalt und das Rauben von Energie.

 

Es sollte verschenken und empfangen heißen.

 

Und das wird nur möglich, wenn ich mich aus meinem Kopf in mein Herz sinken lasse.

Wenn ich aus dem Herzen handle, schenke ich ohne Erwartung und bedingungslos.

Dann schenke ich aus einem tiefen Bedürfnis und Wunsch heraus.

 

Dann bin ich in der Liebe - und ein Liebewesen.  

 

 

 

 

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