Vom Werden und Sein

20.04.2019

„Was möchtest du werden, wenn du groß bist?“

So fängt es an.

 

Von klein auf wird uns suggeriert, dass wir erst etwas werden müssen, obwohl wir doch schon etwas sind.

Mehr noch, wir sind schon alles, wonach wir dann später verzweifelt suchen, uns vor Sehnsucht verzehren,

um es hoffentlich wieder zu finden, wenn wir dann groß sind.

 

Und so häufen wir Wissen an, arbeiten hart an unseren Karrieren und Lebensentwürfen,

auf dass wir irgendwann hoffentlich auch etwas werden oder in den Augen der anderen dann voller Anerkennung sind.

Wir messen uns selbst an unserem Wissen und Können, an unseren Zeugnissen, Noten, Beurteilungen, Zertifikaten, Referenzen, Urkunden, Investitionen und Errungenschaften.

 

Immerhin hat man uns dies ja auch so beigebracht - und wir haben es - ob wir es wollten oder nicht - verinnerlicht,

denn steter Tropfen höhlt den Stein.

 

Und dann können wir es schließlich kaum glauben, wenn wir Momente erleben, in denen wir erkennen,

dass wir genau das schon sind, wonach wir suchen und uns so sehr wünschen es eines Tages endlich zu sein.

 

Denn unser Verstand fragt zweifelnd und kritisch: Ist es das? Kann das sein? Jetzt schon? So einfach?

 

Weil dann der nächste wirkungsvolle Glaubenssatz greift, der uns prägt:

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!

Du musst dich anstrengen, um etwas zu erreichen!

Und nur durch Mühe gibt es dann auch einen Lohn!

 

Und so jagen wir weiter einer Illusion nach und Befeuern damit ein System,

durch das wir unser Selbst ausbeuten - und immer wieder aufs Neue verleugnen.

 

Also halte inne, lasse los, entspanne dich, sei ohne Erwartung, ohne Forderungen.

Sinke in dein Herz. Genau jetzt. Atme. Vertraue. Dann bist du da.

 

Es gibt nichts zu werden.

Denn du bist.

Genau das, wonach du dich sehnst: Ein Liebewesen.

 

 

 

 

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