Über die Spiegelneuronen

03.06.2019

 

Forscher haben herausgefunden, schon 1996, dass wir alle so genannte Spiegelneuronen in uns tragen.

Sie gehören zur Grundausstattung unseres Gehirns und durch sie sind wir in der Lage, Mitgefühl zu empfinden.

Wir fühlen mit, egal ob Freude, Trauer, Leid, Wut oder Schmerz.

Es scheint also etwas zutiefst Natürliches zu sein, mitzufühlen.

 

Die Spiegelneuronen machen uns zu fühlenden und mitfühlenden Wesen.

Empfindsam, spürend und auch helfen wollend, wenn andere in Not sind.

Nur so wird Beziehung möglich und nur so gelingt Gemeinschaft.

 

Leider können wir diese natürliche Fähigkeit, zu spiegeln und damit mit zu fühlen, auch verlieren.

Wenn wir unsere Gefühle und das Mitfühlen unterdrücken, blockieren und bekämpfen. Auch das wurde erforscht.

Doch Spiegelneuronen können auch lebenslang neu angeregt und wieder aktiviert werden, wenn wir offen und bereit dazu sind.

Uns einlassen wollen. Wer sind wir, wenn wir uns nicht erlauben, zu fühlen?

 

Doch auch beim Mitfühlen geht es um ein Gleichgewicht, um eine Balance, um ein gutes Maß. Wie in allen Dingen.

Natürlich kann ich es mit der Hilfsbereitschaft und dem Mitgefühl, samt dem Verständnis und der Nachsicht übertreiben.

Dann habe ich tatsächlich ein Helfer-Syndrom und mache mich co-abhängig,

auch ohne dass dabei immer eine anerkannte Sucht im Spiel sein Muss.

 

Vielleicht habe ich zu viel Mitgefühl oder zu viel Verständnis, weil ich insgeheim erhoffe, eine Gegenleistung zu erhalten…

in Form von Dank, Ehrfurcht, Respekt, Anerkennung, Zuspruch, Bewunderung, Prestige, Status oder sogar einen materiellen Lohn. Denn immerhin habe ich mich ja so sehr bemüht. Und Opfer gebracht.

Vielleicht sogar mich selbst (auf)geopfert.

 

Echtes Mitgefühl hat nichts mit verzerrter Wahrnehmung zu tun.

Auch nichts mit geheimen Erwartungen oder unerfüllten Sehnsüchten, gleichgültig ob bewusst oder unbewusst.

 

Wahrhaft mitfühlen kann ich nur dann, wenn ich liebe.

Und das beginnt mit mir und bei mir selbst.

Wenn ich in mir selbst Zuhause bin und in mir ruhe.

Wenn ich mich verbunden fühle. Verbindung entstehen lasse zwischen Kopf und Herz, Verstand und Gefühl.

Und diese Selbstliebe hat nichts und rein gar nichts mit dem Begriff des Egoismus zu tun.

 

Nein, wir sind nicht alle egoistisch.

Und nicht jeder, der das Bedürfnis hat, zu helfen, hat ein Helfer-Syndrom.

Es ist unsere Natur, zu fühlen, zu lieben und helfen zu wollen.

 

Wenn du erkennst, wer du wirklich bist, dann wird es zu einem tiefen Bedürfnis, zu geben.

Und die Liebe, die du in dir selbst erkannt und gefunden hast, in die Welt zu tragen.

 

Die Liebe ist das einzige, was sich vervielfacht, wenn du sie teilst.

Die ins Unermessliche wächst und sich ausdehnt, wenn du sie aus vollen Armen verschenkst.

Wenn du gibst und voller Dankbarkeit empfängst,

ohne zu nehmen, ohne zu fordern, ohne zu verlangen, ohne zu zögern, zu hadern und

ohne zu fürchten.

 

 

 

 

 

 

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