Über Schwäche und Stärke

11.09.2019

Manchmal gibt es diese Tage, diese Stunden, diese Momente…

da fühle ich mich schwach und klein. Unsicher.

Hilflos und bedürftig. Verletzlich.

Doch vor allem durcheinander geraten und neben mir.

 

Und dann sind sie da. All diese Gedanken, von denen ich inzwischen weiß,

dass ich ihnen nicht blindlings Glauben schenken darf.

Nein, glaube nicht alles, was du denkst.

Schau hinter die Gedanken und in die Zwischenräume.

Spüre hin, was da noch mitschwingt.

Was dieses aufgewühlt Sein im Innern dir sagen möchte.

 

Manchmal versetzen mich meine eigenen Gedanken in Angst und Schrecken.

Sie schüren Zweifel, aus denen Verzweiflung wird, sie verwirren,

täuschen, lassen Angst aufbrodeln oder gar Panik, denn vor allem sind sie Meister des Dramas.

 

Und jedes Mal staune ich freudig, wenn es mir gelingt, sie zu entlarven.

Diese Störenfriede in meinem Kopf, die sich aus diesem Moment der nur

vermeintlichen Schwäche nähren wollen, um mich zu beherrschen.

Mich ver-rückt machen wollen, denn sie werfen alles durcheinander.

Doch genau darin, in diesem scheinbaren Chaos liegt eine Chance, ein Geschenk.

 

Ich bin mir sicher, dass jeder dieser Tage, dieser Stunden, dieser Momente,

in denen ich mich durchgeschüttelt fühle und deshalb schwach und klein,

eine Botschaft in sich trägt und einen Sinn.

 

Nein, wehre dich nicht. Lasse zu und geschehen.

Und wenn ich genau dies tue, sortiert es sich in meinem Inneren neu.

Doch dies geschieht nur dann, wenn ich mir erlaube,

genau jetzt durcheinander zu sein und mich auch so zu fühlen.

 

Nur wenn ich diese Unordnung in mir zulasse, indem ich annehme,

schöpfe ich aus diesen Momenten letztlich neue Kraft.

Kann sie überhaupt erst als solche erkennen.

Kein Licht ohne Schatten, kein Tag ohne Nacht.

 

Und wenn Neues darauf wartet, seinen Platz zu finden,

ist es meine Aufgabe, ihm Raum zu geben.

Das Neue lässt sich nicht in Zwischenräume stopfen.

Es lässt sich nicht auf Kompromisse ein,

sondern will sich frei entfalten können und mit ihm meine eigene Schöpferkraft.

 

Und wenn die Wogen in mir sich wieder glätten,

kann ich bewusster denn je meine wahre Stärke spüren.

Und mehr noch: bis auf den Grund sehen.

In mein Innerstes. Ich habe mich geklärt und sehe klar.

 

 

 

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