Über die Gier

02.11.2019

Was ist schlimmer, was richtet mehr Schaden an im Innen und auch im Außen?

Ist es die Angst? Oder die Gier?

 

Angst lässt Menschen dumme und auch schlimme Dinge tun.

Angst lässt Menschen seit Urzeiten Kriege führen, im Innen und im Außen.

Aber die Gier ist es, die diese Kriege befeuert und Profit daraus schlägt.

 

Die Gier hat die Tendenz, maßlos zu werden. Das ist ihre Natur. Sie ist grenzenlos.

Und schließlich geschieht es, dass die Gier sogar über Leichen geht. Skrupellos. Gewissenlos.

 

Angst blockiert. Gier ist zerstörerisch.

Sie macht süchtig und nimmt alles in Kauf, um das Ego und sich selbst zu füttern.

Der Hunger bleibt. Denn das Ego und die Gier werden nie satt.

Es ist nie genug. Zufriedenheit bleibt unerreichbar. Ein Sättigungsgefühl gibt es nicht.

Denn die Gier giert nach immer mehr.

Sie legt die Messlatte kontinuierlich höher und die Ziellinie rückt in weite Ferne.

 

Auch wenn wir eigentlich schon vollgefressen, übersättigt und überglücklich sein müssten…

 

Die Gier ist wie ein Dämon. Er schlummert, er döst so vor sich hin, doch wenn wir nicht achtsam sind und bleiben, erwacht er.

Genau das ist sein Weckruf. Und er will be-herrschen.

 

Und dann geht es nur noch um höher, schneller, weiter und vor allem um mehr und immer noch mehr.

 

Und dass wir gerne auch mehr Zeit haben würden, schert uns nicht,

denn dafür ist ja später noch… äh…Zeit. Erstmal mehr. Mehr von allem. Mehr für mich. Mehr für mich ganz allein.

Sollen die anderen doch sehen wo sie bleiben. Jeder ist sich selbst der Nächste und später steht ohnehin in den Sternen.

Also was solls? Nie genug und sich selbst sowieso nicht.

 

Auch ich kenne Momente, in denen die Gier in mir wach wird. Sich räkelt und versucht, möglichst viel Raum einzunehmen.

Wenn du nicht achtsam bist, wird sie grenzenlos und übernimmt die Kontrolle.

 

In jedem schlummert Gier. Die Frage ist nur, wie du mir ihr umgehst.

 

Ja, du darfst auch mal gierig sein, unersättlich und maßlos.

So lange du niemandem damit schadest.

Solange du niemandem Leid zufügst.

Solange du sie immer wieder als das entlarvst, was sie ist:

Das Ego, das nach Futter schreit.  

Ein Dämon, der dich beherrschen will.

 

Vielleicht hat diese gewaltige Energie in uns auch noch ein anderes Gesicht:

Leidenschaft und Herzblut.

 

Und vielleicht sind Liebe, Dankbarkeit und Mitgefühl genau das,

was ihre zerstörerische Seite dornröschenhaft weiterschlafen lassen.

 

Welches Gesicht sie dir zeigt, ob sie dich beflügelt oder schamlos ausnutzt, liegt alleine bei dir.

 

 

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